Schlagwort-Archiv: Holocaust

Gedenken und Lernen im Beit Wolyn

1965 errichtete die Vereinigung Wolhynien mit Geldern, die sie auf der ganzen Welt gesammelt haben in Givatayim ein großes Haus in Form eines Sarges zum Gedenken an Wolhynien. Das Beit Wolyn ist ein extrem brutalistischer und beklemmender Betonklotz. Im Inneren gibt es ein Auditorium, ein paar Ausstellungsstücke und verschiedene Räume für die Untergruppen der Vereinigung Wolhynien, die sich nach der Zugehörigkeit zu den ehemaligen Gemeinden in Wolhynien gliedern. Seit den 70er Jahren nutzt Yad VaShem das Gebäude als Außenstelle. Jeden Sonntag füllt sich das Auditorium des Beit Wolyn mit Leben, wenn Hunderte Senioren aus Givatayim ihre Woche mit dem Besuch einer Vorlesungsreihe beginnen.

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Das Haus der Ghettokämpfer

Yizchak Katzenelson war ein hoch angesehener Lehrer in Lodz und einer der größten jüdischen Dichter seiner Zeit. Er schrieb in jiddischer und hebräischer Sprache leichte Verse über Jugend und Lebensfreude, verfasste aber auch Gedichte über die tragischen Aspekte des Lebens. Der 1886 geborene Poet war ein leidenschaftlicher Zionist, der die jüdische Gemeinde in Palästina mehrmals bereiste und im Kibbutz Borochov in Lodz aktiv war, wo junge Juden für die Auswanderung nach Palästina tauglich gemacht wurden.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen floh Yizchak Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau und hörte auf zu schreiben. Das Haus der Ghettokämpfer weiterlesen

Millionen Opfer klagen an!

„ Millionen Opfer klagen an!“ war der erste Artikel über Auschwitz in deutscher Sprache. Er wurde von Lothar Lösche verfaßt, einem evangelischen Theologen, der als Frontbeauftragter des Nationalkommitees Freies Deutschland mit der 1. ukrainischen Front auf Auschwitz vorrückte. Er war nach Aussage seines Sohnes Thomas  wohl der einzige Deutsche, der auf Russischer Seite an der Befreiung mitwirkte. Veröffentlicht wurde der Artikel in der Frontzeitung (wurde über der deutschen Front abgeworfen) „Freies Deutschland“
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Moshe

Moshe in Israel
Moshe in Israel

Bei einer Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erzählte Amos Hausner, der Sohn von Gideon Hausner, dem Hauptankläger im Eichmann Prozess, aus einer persönlichen Sicht vom Leben und Wirken seines Vaters. Er hat die Probleme des Anklägers Gideon Hausner geschildert, die Überlebenden des Holocaust in den Zeugenstand zu bewegen. Die persönliche Aufarbeitung des Holocaust fiel vielen Überlebenden sehr schwer. Viele waren sich sicher, dass sie nicht aussagen könnten. Zu gross war der Horror, den sie tief in sich begraben hatten, um ihn für die Anklage aufzubearbeiten.

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Strapaziertes Glück

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„Ungefähr in dem Abstand, in dem wir uns gerade gegenüber sitzen, saß ich Eichmann gegenüber. Am 8. April 1944 in Budapest” erzählt mir Robert Tomashov an einem späten Abend, wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag, als er darauf wartet, dass ihm die diensthabende Schwester seinen Daumen verbindet, den er sich beim Versuch Tee aufzukochen, verbrüht hat. Am 8. April 1944, so fährt er in einer Erzählung fort, habe er von Schergen der Gestapo Peitschenhiebe bekommen, dass er dachte sein Kopf falle herunter. Er habe Eichmann angefleht ihn zu verschonen, doch der habe nur entgegnet: “Hinüber zu den anderen Banditen”, was bedeutete, dass er für den Transport nach Auschwitz bestimmt war.
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