Schlagwort-Archiv: Holocaust

Millionen Opfer klagen an!

„ Millionen Opfer klagen an!“ war der erste Artikel über Auschwitz in deutscher Sprache. Er wurde von Lothar Lösche verfaßt, einem evangelischen Theologen, der als Frontbeauftragter des Nationalkommitees Freies Deutschland mit der 1. ukrainischen Front auf Auschwitz vorrückte. Er war nach Aussage seines Sohnes Thomas  wohl der einzige Deutsche, der auf Russischer Seite an der Befreiung mitwirkte. Veröffentlicht wurde der Artikel in der Frontzeitung (wurde über der deutschen Front abgeworfen) „Freies Deutschland“
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Moshe

Moshe in Israel
Moshe in Israel

Bei einer Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erzählte Amos Hausner, der Sohn von Gideon Hausner, dem Hauptankläger im Eichmann Prozess, aus einer persönlichen Sicht vom Leben und Wirken seines Vaters. Er hat die Probleme des Anklägers Gideon Hausner geschildert, die Überlebenden des Holocaust in den Zeugenstand zu bewegen. Die persönliche Aufarbeitung des Holocaust fiel vielen Überlebenden sehr schwer. Viele waren sich sicher, dass sie nicht aussagen könnten. Zu gross war der Horror, den sie tief in sich begraben hatten, um ihn für die Anklage aufzubearbeiten.

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Strapaziertes Glück

tomashov 1

„Ungefähr in dem Abstand, in dem wir uns gerade gegenüber sitzen, saß ich Eichmann gegenüber. Am 8. April 1944 in Budapest” erzählt mir Robert Tomashov an einem späten Abend, wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag, als er darauf wartet, dass ihm die diensthabende Schwester seinen Daumen verbindet, den er sich beim Versuch Tee aufzukochen, verbrüht hat. Am 8. April 1944, so fährt er in einer Erzählung fort, habe er von Schergen der Gestapo Peitschenhiebe bekommen, dass er dachte sein Kopf falle herunter. Er habe Eichmann angefleht ihn zu verschonen, doch der habe nur entgegnet: “Hinüber zu den anderen Banditen”, was bedeutete, dass er für den Transport nach Auschwitz bestimmt war.
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Der Wille zu leben

© Florian Krauss
© Florian Krauss

Über die schrecklichen Dinge, die er durchgemacht hat, schwieg Pessach Anderman sechzig Jahre. Er habe eine Stahlwand um die Vergangenheit errichtet, sagt der Holocaustüberlebende. Er habe die Gegenwart gelebt mit vielen Zukunftshoffnungen und habe nicht gewollt, dass seine Kinder im Schatten seiner düsteren Erlebnisse aufwachsen.

Als seine Enkelkinder erwachsen wurden, fühlte er sich verpflichtet seine Geschichte zu erzählen und hat sie in dem Buch “כוח החיים” niedergeschrieben. Um künftigen Generationen von Israelis zu verstehen zu geben, woher sie gekommen seien und sie für den weiteren Aufbau ihrer Nation zu stärken.
Und um künftigen Generationen von Nicht-Israelis die Begründung für den jüdischen Staat darzulegen. Der Wille zu leben weiterlesen

Flüchtlingsschiffe

© Florian Krauss
Arie und ich im Heim © Florian Krauss

1924 kehre Natan Perlmann aus Königsberg Deutschland den Rücken. Mit seiner Frau und seiner einjährigen Tochter Elisheva wanderte der deutsche Jude nach Palästina aus. Deutschland, so befand er seit seinem Ausscheiden aus der Armee, sei zu antisemitisch. Er kaufte sich mit dem Geld seines Vaters eine Orangenplantage bei Petach Tikva, wo Elisheva aufwuchs.

Ebenfalls 1924 ist Arie Erez als Louis Holzmann im zweiten Bezirk Wiens geboren, dem Bezirk, in dem „die meisten Juden der Stadt lebten“, wie er sagt. Dem heute 91jährigen ist sein Alter kaum anzusehen. Seine stattliche Größe präsentiert er in aufrechtem Gang. Arie ist ein Kavalier der alten Schule, geistig frisch und stets wohlgelaunt.

Seiner Kindheit wurde ein Ende bereitet, als Österreich 1938 heim ins Reich kam. 1939 verließ Arie Wien, um mit einem illegalen Transport über die Donau ans Schwarze Meer und von dort nach Palästina zu gelangen.

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raison d’etat (x3)

Das Jahr 2015 steht unter dem Zeichen des 50-jährige Jubiläums der Aufnahme diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel am 12. Mai 1965.
Des Weiteren gedenkt Deutschland 2015 ganz heftig der Befreiung der deutschen Vernichtungslager und dem Ende des Holocaust vor 70 Jahren.
Im Rahmen verschiedener Feierlichkeiten wurde großspurig verkündet, dass sich Deutschland seiner historischen Verantwortung bewusst und wachsam gegen Antisemitismus sei.
Bundestagspräsident Lammert bekräftigte im Juni des Jubiläumsjahres 2015 in einer Rede vor der Knesset, dass die besondere Verantwortung für Israel Teil der deutschen „Staatsräson“ sei. Bezugnehmend auf die historische Rede Merkels 2008 vor der Knesset, in der sie die Sicherheit Israels für nicht verhandelbar erklärte.

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Pioneer Fighter

Yehuda Maimon bewohnt im Elternheim Pinkhas Rosen in Ramat Gan eine Wohnung mit Blick auf die Skyline von Tel Aviv.  Yehuda gehört zum Bewohnerrat des Hauses. Der 91-jährige kommt jeden Mittag auf seinen Spazierstock gestützt in der Lobby des Heims mit anderen Bewohnern bei Kaffee und Kuchen zusammen.

Am Gedenktag für die Opfer und Helden des Holocaust 2015 setzte er sich seine Baskenmütze auf uns ließ sich von seinem Sohn und seiner Enkelin zu einem Treffen mit zwei ehemaligen Weggefährten chauffieren. Drei Holocaustüberlebende, die während des Krieges am gewaltsamen Widerstand gegen die Nazis beteiligt waren. Was die drei Männer aber persönlich verbindet, trug sich während des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals zu. Sie sind die letzten Verbliebenen der Gruppe „Nakam“ (hebr. für Rache), die am 14. April 1946 einen Anschlag auf das Kriegsgefangenenlager Stalag 13 in Nürnberg-Langwasser verübte.

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