Alle Artikel von oliver

Leben an der Grenze

Adele Raemer ist in den USA geboren und aufgewachsen und hat sich dort der zionistischen Jugendbewegung Young Judaea angeschlossen. Nach dem Yom Kippur Krieg machte Adele Aliya und wurde eine der Mitbegründerinnen des Young Judea Kibbuz Ketura in der Negev Wüste. 1975 kam sie im Rahmen ihres Wehrdienstes in das Kibbuz Nirim und blieb dort bis heute.

Nirim hat heute ca. 450 BewohnerInnen und liegt wenige Hundert Meter entfernt von der Grenze zum Gazastreifen. Bis zum Ausbruch der ersten Intifada ging Adele nach Gaza zum Einkaufen und an den Strand. Adele war eine Befürworterin des israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen 2005. Doch der von ihr erhoffte Frieden mit ihren palästinensischen Nachbarn blieb aus. Adele beschreibt ihr Leben im Umland von Gaza als 95% Himmel und 5% Hölle. Leben an der Grenze weiterlesen

Rauchwolken über dem Paradies

Der Artikel erschien erstmals in der Jungle World #31 2018

Am Tag, als die erste Rakete auf Sderot geschossen wurde, war Dov Trachtman zehn Jahre alt und bei einem Freund zu Besuch. Die Explosion hat er nicht gehört. Als aber auf allen Fernsehkanälen Israel-Karten eingeblendet wurden, auf denen Sderot markiert war, wurde ihm mulmig zumute. Er war hier ­geboren. Terror, sagt Trachtman, hatte er bis zu diesem Tag im März 2001 ­immer nur mit Attentaten in großen Städten assoziiert. Rauchwolken über dem Paradies weiterlesen

Das Haus der Ghettokämpfer

Yizchak Katzenelson war ein hoch angesehener Lehrer in Lodz und einer der größten jüdischen Dichter seiner Zeit. Er schrieb in jiddischer und hebräischer Sprache leichte Verse über Jugend und Lebensfreude, verfasste aber auch Gedichte über die tragischen Aspekte des Lebens. Der 1886 geborene Poet war ein leidenschaftlicher Zionist, der die jüdische Gemeinde in Palästina mehrmals bereiste und im Kibbutz Borochov in Lodz aktiv war, wo junge Juden für die Auswanderung nach Palästina tauglich gemacht wurden.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen floh Yizchak Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau und hörte auf zu schreiben. Das Haus der Ghettokämpfer weiterlesen

Wegbereiter des jüdischen Staates

Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegründet worden sei. Diesem negativen Gründungsmythos ist zu widersprechen. Er diffamiert den modernen Zionismus, seine Vordenker und die Pioniere, die seit den 1880er Jahren auf die Wiederherstellung der Selbstbestimmung des jüdischen Volkes in seinem historischen Heimatland hingewirkt haben.

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